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Die Fundstelle Schwarzenbach-Burg (Österreich Karte 1:50.000 BlattNr. 107; W=46mm, N=251mm, H=383 m) in der Buckligen Welt ist bereits seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Sie liegt in der Marktgemeinde Schwarzenbach, Verwaltungsbezirk Wiener Neustadt, Niederösterreich am nördlichen Rand der Oberpullendorfer Bucht.

Seit 1992 stellt die Siedlung "Burg" in Schwarzenbach einen der archäologischen Forschungsschwerpunkte im Osten Österreichs dar. Unter Mitarbeit zahlreicher WissenschafterInnen und der Unterstützung der Gemeinde Schwarzenbach und anderer Stellen wird von VIAS seit Jahren eine systematische interdisziplinäre Untersuchung der Fundstelle durchgeführt. Der Schwerpunkt des Projekts liegt unter anderem auf der siedlungs- und wirtschaftsarchäologischen Forschung.

Durch archäologische Prospektion und die laufenden Forschungsgrabungen (unter der Leitung von Dr. Wolfgang Neubauer, VIAS-Vienna Institute for Archaeological Science und LBI ArchPro - Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie, Wien) konnte ein detailliertes Bild der archäologischen Strukturen gewonnen werden. Dabei zeigten die Befunde und Funde eine unterschiedlich dichte Besiedlung von der Jungsteinzeit (ca. 3000 v.Chr.) über die Bronzezeit (zwischen 1800-1000 v.Chr.) bis in die jüngere Eisenzeit (vom 2. Jh. v.Chr. - 0), wo die Siedlung sich zu einem stadtartigen Siedlungszentrum mit einer massiven Wehrmauer entwickelte.

Unter Einsatz moderster Technik und Grabungsmethodik wurden bisher 1,6% des ca. 15ha großen Siedlungsareals archäologisch untersucht. Innerhalb des Projekts wurde größten Wert auf eine intensive Zusammenarbeit mit verschiedensten Instituten gelegt, um ein möglichst vollständiges Bild der Vergangenheit rekonstruieren zu können.

Schwarzenbach-Burg

Die Fundstelle Schwarzenbach-Burg ist bereits seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bekannt. Sie liegt östlich der Marktgemeinde Schwarzenbach auf einem Bergsporn. Das achäologische Hauptinteresse lag zunächst auf der späteisenzeitlichen Besiedlungsphase.

Die urzeitliche Siedlung war in der späten Eisenzeit massiv befestigt. Umringt von einem noch heute bis zu 7 m hoch erhaltenen Wall bestand auf dem Hügel in den ersten beiden Jahrhunderten vor Christus eine frühe keltische Stadt. Die Nähe zur Oberpullendorfer Bucht, einem Zentrum urzeitlicher Eisengewinnung (Ferrum Noricum) unterstreicht die Bedeutung der späteisenzeitlichen Anlage Schwarzenbach-Burg, die deshalb als Zentralort im Sinne eines Oppidums, also einer frühen Stadt angesprochen werden kann.

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt von VIAS

Neben den historischen Fragestellungen liegt ein Forschungsschwerpunkt von VIAS-Vienna Institute for Archaeological Science der Universität Wien auf der Weiterentwicklung der Grabungsmethodik und der Einbindung der Naturwissenschaften in die archäologischen Forschung. Die Archäologen arbeiten mit Geophysikern, Geodäten, Archäobotanikern, Archäozoologen, Metallographen, Experimentalarchäologen, Physikern, Chemikern, Geologen und Numismatikern zusammen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingt es den Forschern die siedlungs- und wirtschaftsarchäologischen Fragestellungen zu lösen und die archäologischen Methoden zu verbessern.

Systematische archäologische Grabungen der urgeschichtlichen Siedlung Schwarzenbach-Burg wurden seit 1992 (von Ao. Univ.-Prof. Dr. Otto H. Urban, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Universität Wien) durchgeführt und bilden einer der Schwerpunkte des Teams um Univ. Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer von VIAS.

Seither finden fast jedes Jahr Grabungen, Prospektionen und Lehrveranstaltungen auf dem ca. 15ha großen Siedlungsareal statt. Aufgrund der Grabungsergebnisse in Form eisenzeitlicher Hausbefunde konnten Rekonstruktionen der Gebäude unter Anwendung der alten Handwerks-/ Bautechniken angefertigt werden und somit ein weiterer Einblick in das urgeschichtliche keltische Leben gewährt werden.

Grabungsmethode

Die urgeschichtliche Siedlung Schwarzenbach-Burg wurde von den Archäologen der Universität Wien nach der stratigraphischen Methode nach Harris ergraben. Dieser Grabungsmethode liegt das geologische Prinzip zugrunde, welches sich mit der Untersuchung von Erd- bzw. Kulturschichten und ihrer zeitlichen Zuordnung beschäftigt. Die Methode der stratigraphischen Grabung basiert nun darauf, einzelne Schichteinheiten (SE) zu erkennen und in der umgekehrten Reihenfolge ihrer Entstehung auszugraben. Eine dreidimensionale Dokumentation dieser SE ist für eine vollständige Rekonstruktion der Ausgrabung unbedingt notwendig. Mit wachsenden technischen Möglichkeiten konnte eine moderne GIS-basierte Methodik zur digitalen Dokumentation der Grabungsstratigraphie entwickelt werden.

Jungsteinzeit

Die ältesten Spuren der Siedler am Burgberg von Schwarzenbach stammen aus der späten Jungsteinzeit, die wegen der ersten Hinweise auf Kupferverarbeitung auch Kupferzeit genannt wird. Anhand der Keramik können für Schwarzenbach Verbindungen zur Jevisovice-Kultur, die in dieser Zeit vorwiegend nördlich der Donau verbreitet war, angenommen werden, doch auch Kontakte zu anderen Kulturgruppen sind wahrscheinlich und müssen noch weiter erforscht werden.
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Bronzezeit

Das Keramikmaterial von Schwarzenbach lässt Verbindungen mit anderen, ebenfalls südlich der Donau gelegenen Fundorten erkennen, bei denen Einflüsse aus dem Karpatenraum deutlich sind. In der Bronzezeit dürfte die Siedlung auf dem Burgberg zur Wieselburger Kultur gehört haben.
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Eisenzeit

Im Laufe des 2. Jahrhunderts v. Chr. kam es zu einer merklichen Veränderung der Bebauungsstruktur. Einflüsse städtischer Kulturen aus dem Mittelmeerraum und eine Verbesserung der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion ermöglichten den Aufbau stadtartiger Siedlungszentren. In ihnen befand sich der Sitz der politischen Führung eines Stammes, sie dienten aber auch als Orte des spezialisierten Handwerks und Handels. Das Bebauungsschema und die Größe variierten, gemeinsam ist ihnen eine massive Wehrmauer, die in Schwarzenbach bereits in den Jahren 1992 und 1993 archäologisch untersucht wurde. Die von der Wehrmauer umschlossene Innenfläche beträgt etwa 15 Hektar. Die bis zu 10 Meter hohe Pfostenschlitzmauer ist heute noch gut als verstürzte Wallanlage im Gelände erkennbar ist.
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Völkerwanderungszeit

Obwohl die Höhensiedlung ihre Bedeutung nach ihrem späteisenzeitlichen Höhepunkt verlor, blieb sie doch ein strategischer Punkt in der Landschaft auf dem Menschen jüngerer Zeiten ihre Spuren hinterließen. In der Völkerwanderungszeit wurde der Berg zumindest zur Bestattung eines Kindes aufgesucht, das am höchsten Punkt der Kuppe begraben worden ist.
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