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Spatenstich

Rund 10 Jahre nachdem die ersten keltischen Rekonstruktionen auf dem Burgberg errichtet wurden, soll das keltische Freilichtmuseum diesen Sommer um zwei Wohngebäude erweitert werden. Wie schon damals haben Prof. Dr. Wolfgang Neubauer und Dr. Wolfgang Lobisser die Planung dafür in die eigenen Hände genommen. Sie wollen das kulturelle Erbe Schwarzenbachs in einem einzigartigen Archäologiepark präsentieren und damit unsere Vergangenheit auf lebhafte Weise in die Gegenwart holen. Die Vorbereitungen für den Bau selbst sind Anfang Mai angelaufen.


Blick über den zentralen Bereich des Freilichtmuseums in morgendlicher RuheMitten in der hochsommerlichen Zeit wird den sonst unbewohntem Gebäuden im Freilichtmuseum am schwarzenbacher Burgberg keltisches Leben eingehaucht. Die Gruppe Boii Pannonia veranstaltet um und in den Wohnbauten, aber vor allem auch den Handwerkerstätten im Stil der vorchristlichen Jahrhunderte ein authentisches Treiben und Werken. Von den alltäglichen Erzeugnissen der Kelten wie Keramik, über handgemachten Naturschmuck und Stoffe, bis hin zu eisengeschmiedeten Werkzeugen und Waffen könne sowohl gekauft , als auch den Meistern ihres Handwerks bei der Erzeugung über die Schulter geblickt werden. Für Spannung unter den Besuchern sorgen die Krieger des "Babaricums" mit ihren Trainigskämpfen, bei denen sie sich in Schwert- und Speerkampf miteinander messen. Wer nun den anschein bekommen hat, das Leben in damaliger Zeit sei nur voller Arbeit und Disziplin, der irrt sich keineswegs. Allerdings wird zum Ausgleich der kühle Abend genutzt um die Seele baumeln zu lassen, und ausreichend Speis und Trank zu genießen, während das gesamte Dorf in das Licht von Fackeln und Mondschein getaucht ist.

Keltentage Schwarzenbach

Alles Wissenwerte und mehr über die Reenactment-Gruppe, die das keltische Freilichtmuseum zum Leben erweckt und im Video präsentiert wird finden sie hier:
Boiipannonia


DSCN0007

In den letzten Jahren wurden ein Handwerkerhaus in Pfostenbautechnik mit Riegelwänden aus Eichenholz, ein Speicherbau mit Blockwänden auf Schwellbalken in Fichte, eine Töpferhütte auf Pfosten, sowie ein großes Wohnhaus in Ständerbautechnik mit Riegelwänden aus Nadelholz errichtet. Weiters findet der Besucher ein Stallgebäude, ein Backhaus, sowie ein weiteres Wohnhaus, in dem für Schulgruppen die Möglichkeit zur Übernachtung im Freilichtmuseum gegeben wird.

Das gesamte Gebiet der Freilichtanlage wurde durch einen Zaun eingegrenzt. Dabei haben wir versucht eine Zaunkonstruktion zu wählen, die einerseits auch in keltischer Zeit bekannt gewesen sein könnte und deren Anlage andererseits nach Möglichkeit keinerlei Störungen des unter Denkmalschutz stehenden Areals erforderte.

Das Freilichtgelände am Burgberg in Schwarzenbach besteht aus sieben Gebäuden und zahlreichen weiteren rekonstruierten Objekten wie Garten-, und Zaunanlagen. Diese erlauben dem Besucher den keltischen Lebensalltag selbst zu erfahren. Bisher wurden ein Handwerkerhaus in Pfostenbautechnik mit Riegelwänden aus Eichenholz, ein Speicherbau mit Blockwänden auf Schwellbalken in Fichte, eine Töpferhütte auf Pfosten, sowie ein großes Wohnhaus in Ständerbautechnik mit Riegelwänden aus Nadelholz errichtet. Die Innenausstattung der Häuser mit Vorrats- und Kochbehältern, weiterem Hausrat und Werkzeug der späten Eisenzeit, soll das Alltagsleben dieser Zeit lebendig illustrieren.

Soweit sich uns die archäologischen Quellen erschließen, dürfen wir davon ausgehen, dass am Burgberg ein Großteil der langrechteckigen Wohnbauten auf Schwellbalken im Aufgehenden entweder als Ständerbau mit Riegelhölzern oder als Blockbau errichtet wurden. Vor allem die Längsseiten der Gebäude sind mit bis zu 12 m jedoch zu lang, um sie mit durchgehenden Balken auszuführen. Aus diesem Grund hat man mit großer Wahrscheinlichkeit auch die Blockbauvarianten mit Ständerbauelementen versehen. Dadurch konnten erstens Türbereiche unkompliziert eingebaut werden, aber auch wesentlich kürzere Bauelemente in der Blockbaukonstruktion eingesetzt werden, wodurch wiederum das zur Verfügung stehende Bauholz wesentlich besser ausgenützt werden konnte. Die Mischbauweise aus Ständer- und Blockbau auf Schwellenunterlage ist aus der eisenzeitlichen Gewerbesiedlung am Dürrnberg bei Hallein mehrfach überliefert( vergl. Lobisser 2005).

 

Auch aus dem volkskundlichen Milieu sind Hauskonstruktionen bekannt, bei denen einzelne Hausbereiche in unterschiedlichen Techniken ausgeführt wurden. Meist wurden diese einzelnen Hausbereiche nachweislich auch auf unterschiedliche Art und Weise genützt. Aus diesem Zusammenhang ist vor allem die Kombination von Wohn- und Stallbereich oder von Wohn- und Werkstattbereich unter einem Dach bekannt.

Wohnhaus 1

Das rekonstruierte Wohnhaus in Ständerbauweise zeigt vor Ort die entwickeltste Form des Holzbaus, die wir uns in der spätkeltischen Zeit vorstellen dürfen. Die archäologischen Vorbilder für dieses Objekt stammen in erster Linie aus Schwarzenbach und vom Ramsautal am Dürrnberg bei Hallein, wo sich maßgebliche Teile einer ähnlichen Holzkonstruktion erhalten konnten. Vom Burgberg in Schwarzenbach ist dieser langrechteckige Bautyp mehrfach überliefert. Kennzeichnend ist, dass es sich in allen Fällen um Schwellbalkenkonstruktionen handelte, die unterkellert sein konnten.

 

Bei diesem Gebäude haben wir den Großteil der Konstruktionshölzer umseitig mit Lappendechseln aus Roheisen flächig zugerichtet. Den Schwellbalkenkranz von etwa 6,5 auf 10,5 m bilden im Querschnitt rechteckige Bauhölzer, die an den Ecken mit Stemmbeiteln halbseitig überblattet gearbeitet wurden. Drei Ankerbalken stabilisieren das Fundament im Mittelbereich. In diesen Schwellbalkenkranz wurden nun in regelmäßigen Abständen zwölf an ihren Enden mit Zapfen versehene Ständer in Zapfenlöchern eingelassen. An den vier Hausecken werden diese durch jeweils zwei schräge Fußstreben unverrückbar in Position gehalten, die sowohl in die Schwellbalken, als auch in die Ständer eingelassen und mit Holznägeln gesichert sind.

 

Andererseits ist dies auch die einzige Methode, eine stabile Wandkonstruktion zu erhalten, wenn auf dem Schwellbalkenkranz kein Blockbau sitzt. An ihren oberen Enden wurden die Ständerbalken ebenfalls mit Zapfen versehen und in die Fußpfetten der Dachkonstruktion bzw. an den Stirnseiten in die Binderbalken der Unterrähmkonstruktion eingelassen. Dadurch erhielten wir eine verwindungsstabile tragende Unterkonstruktion für den Dachstuhl.

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                                                                                               Haus mit Dachkonstruktion